Gewässerschutz in der Landwirtschaft

Veranstaltung zum Internationalen Tag des Wassers

Am 22. März 2018 war der Internationale Tag des Wassers. Aus diesem Anlass luden das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürth, der Maschinenring Fürth, der Bayerische Bauernverband Fürth und der Erzeugerring Mittelfranken zur Auftaktveranstaltung für ihre diesjährige Kampagne zum Gewässerschutz in der Landwirtschaft ein.

"Im Laufe des Jahres sollen dann weitere Veranstaltungen rund um dieses Thema folgen", sagte Wasserberater Anton Neumann vom AELF Fürth, der sich mit den Landwirten in seinem Dienstgebiet um genau dieses Thema kümmern soll.
Wasserberatung am AELF Fürth
"Gewässer- und Bodenschutz liegen Landwirten besonders am Herzen, sind doch Wasser und Boden ihre Produktionsgrundlagen. Die meisten Landwirte tun bereits einiges dafür. Ich zeige ihnen Wege auf, wie sie diese Maßnahmen optimieren können und welche neue Möglichkeiten es gibt", so der Berater. In der Praxis gibt er Tipps und Informationen über den neuesten Stand einer gewässerschonenden Bewirtschaftung sowie über Fördermöglichkeiten.
Gewässerschonende Ausbringung von Dünger ist möglich
Die Versorgung der bayerischen Bevölkerung mit frischem, naturreinem Trinkwasser und das Grundwasser flächendeckend zu schützen, ist von großer Bedeutung und fordert auch die Landwirtschaft. Die Bereiche Boden, Pflanzenschutz und Düngung bieten hier wesentliche Ansatzpunkte.
Feldversuch
Wie man die Düngung mit Gülle, die bei Beachtung der "guten fachlichen Praxis" einen hervorragenden natürlichen Dünger darstellt, gewässerschonend gestalten kann, zeigten das AELF Fürth und der Maschinenring Fürth in einem praktischen Feldversuch auf. Dabei wurde Gülle auf einer Wiese, direkt unter die Grasnarbe ausgebracht.
Gülle-Selbstfahrer auf FeldZoombild vorhanden

Gülle-Selbstfahrer

Gülle-Selbstfahrer reduziert Geruchsbelästigung und erhöht Effektivität
Dafür stellte die Güllegemeinschaft Fürth ihren Gülle-Selbstfahrer zur Verfügung, ein Arbeitsgerät mit dem sich Gülle direkt in den Boden einbringen lässt. So reduzieren sich die Ausgasung von Nährstoffen und das Risiko eines Abschwemmens auf ein Minimum. Auch ein unmittelbares einarbeiten auf unbestellten Äckern, dass gesetzlich vorgeschrieben aber auch sinnvoll ist, ist bei diesem Gerät nicht mehr nötig.
Die Landwirte und Fachreferenten stellten fest, dass die Geruchsbelästigung und somit auch der Verlust von Nährstoffen über die Luft bei dieser Art der Ausbringung kaum vorhanden ist.
Auch die Grasnarbe, die nach der Anwendung mit schmalen Schlitzen im Abstand von ca. 15 cm versehen war, würde sich nach kurzer Zeit, ohne Folgeschäden wieder schließen, so Rainer Tiefel vom Maschinenring Fürth.
Demonstration der Gülleausbringung durch Schleppschuhverteiler
Günther Engelhardt vom Bayerischen Bauernverband und sein Sohn Dieter, auf deren Wiese der Versuch aufgezeigt wurde, führten die betriebseigene Technik vor. Ein sogenannter Schleppschuhverteiler kam hier zum Einsatz. Auch dieser bringt die Gülle direkt auf den Boden zwischen die Pflanzen auf, sodass kaum Geruch bzw. Ausgasung entsteht. "Wenn die Gülle dünn genug ausgebracht wird, dann versickern die Güllestreifen auch relativ schnell im Boden, sodass ein Abschwemmen oder Ausgasen kaum erfolgen kann", sagte Engelhardt.
"Breitverteiler" als weitere Ausbringungsalternative für Gülle
Zuletzt kam noch ein herkömmlicher Breitverteiler zum Einsatz, bei dem der Dünger oberflächlich auf dem Acker verteilt wird. "Auch diese Art der Ausbringung hat ihre Berechtigung und ihre Vorteile", erklärte Nikolaus Ehnis, Pflanzenbauberater am AELF Fürth. Zwar sei die Ausgasung - und merklich auch der Geruch - intensiver als bei den beiden anderen Verfahren, jedoch bestehe nicht die Gefahr, dass Güllereste ins Tierfutter gelangen. Außerdem rentiere es sich vor allem für kleine Betriebe kaum, in teurere Technik zu investieren.
Wasserberatung am AELF Fürth
Fachliche Kompetenz und Rücksichtnahme von Bedeutung
Auch über den Pflanzenschutz und wie dieser gewässerschonend durchgeführt werden kann, wurde bei der Feldvorführung gesprochen. Herr Pöhmerer vom Erzeugerring Mittelfranken rief die Anwesenden zur Vorsicht, zur "guten fachlichen Praxis" und vor allem zur Rücksichtnahme gegenüber anderen auf.