Freizeitgärtner besuchen urbane Initativen
Vom interkulturellen Garten bis zum Arche Bauernhof

Gartenanlage

Gärtnern in der Stadt ist im Trend. Immer mehr Projekte entstehen im städtischen, aber auch im ländlichen Raum, um althergebrachtes Wissen wieder neu zu entdecken.

Im Rahmen einer eintägigen Rundfahrt besuchten Freizeitgärtner im Juni 2018 verschiedene Urban Gardening-Initiativen im Großraum Nürnberg, Fürth und Erlangen. Organisiert wurde die Exkursion von der Bayerischen Gartenakademie an der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürth.
Mehrere Pflanzen in Beet
Interkultureller Garten Fürth
Der Interkulturelle Garten Fürth bietet auf insgesamt 35 Beeten Platz für Gärtner und Gärtnerinnen aus 21 Nationen. Exotisches und einheimisches Gemüse, Kräuter und Blumen werden dort ökologisch angebaut. Das interkulturelle Miteinander führt zu gegenseitigem Respekt und fördert das Zusammenleben der Kulturen. Auch das AELF Fürth bewirtschaftet in dem Garten 2018 ein Beet im Rahmen des Urban Gardening-Projekts. Unter dem Motto "Küchengarten früher – Küchengarten heute" wachsen dort unter anderem Gemüse und Kräuter, die bereits vor 200 Jahren in unserer Region angepflanzt wurden.
Schafe auf Weide vor Streuobstwiese
Arche Bauernhof bei Erlangen
Ein völlig anderes Konzept hat der Arche Bauernhof bei Erlangen. Auf der ca. 3 Hektar großen Fläche, die von der Stadt Erlangen gepachtet wurde, soll in Kombination mit einer Umweltstation ein Lernort für Kinder aus der Region werden. Ziel ist, alte Nutztierrassen (wie Waldschafe und alte, regionale Hühnerrassen) und alter Nutzpflanzen zu erhalten, die aufgrund ihrer Unwirtschaftlichkeit vom Aussterben bedroht wären. Die Arche liegt zwischen Atzelsberg und Marloffstein im Landkreis Erlangen. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die Streuobstwiese Atzelsberg, die neben alten Obstbäumen auch durch eine Neuanlage von Streuobst aufgewertet wird.
Bunt bemaltes Hochbeet
Gemeinschaftsgarten "UnserGarten Bruck"
Seit drei Jahren gibt es das Urban Gardening-Projekt "UnserGarten Bruck" in Erlangen. Der Gemeinschaftsgarten vereint ökologische und soziale Aspekte. Beim gemeinsamen Garteln, Bauen und Kochen findet ein generationsübergreifender und interkultureller Austausch statt. Bürgerinnen und Bürger gestallten öffentlichen Raum nach ihren Vorstellungen, werden selbst tätig und übernehmen dabei Verantwortung. Es gibt sowohl Beetpatenschaften als auch Gemeinschaftsbeete. Biologisch Gärtnern, Nachhaltigkeit und Sortenvielfalt stehen im Fokus des gemeinsamen Tuns der derzeit 30 aktiven Mitglieder.
Beete in Kleingartenanlage
Kleingartenanlage am Westpark
Die Kleingartenanlage am Westpark umfasst 34 Kleingärten mit einer durchschnittlichen Gartengröße von ca. 350 bis 400 m². Ziel ist, einzelnen Parzellen zur gärtnerischen Nutzung zu verpachten. Dabei spielen der stadtnahe Erholungswerts sowie ökologische und soziale Aspekte eine Rolle. Walter Schad hat sich einer der Parzellen angenommen und zeigte den Teilnehmern der Lehrfahrt, wie ökologischer Gemüseanbau im Kleingarten funktioniert. Die Regionalgruppe Mittelfranken des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V. baut auf dieser Parzelle alte und vergessene Nutzpflanzen an. Ebenfalls wird dort geimkert.
Hochbeete vor Hochhaus
Stadtgarten Nürnberg lädt zum Gärtnern und Mitgestalten ein
Im Nürnberger Stadtteil Eberhardshof gelegen, lädt der Stadtgarten Nürnberg auf einem ehemaligen Parkplatz mit einer Fläche von ca. 2.000 m² alle zum Gärtnern und Mitgestalten ein. Jeder bringt sich mit seinem Können und seiner Zeit ein. Die Stadtgarten-Initiative, die sich als klassischer urbaner Garten auf einer Brachfläche auf Asphalt angesiedelt hat, verfügt über ein ganz besonderes städtisches Mikroklima. Aufgrund der höheren Temperaturen kann hier auf den mobilen Hochbeeten bis zu vier Wochen früher geerntet werden als anderswo. Die Mitglieder bewirtschaften die Beete in der Gemeinschaft rein ökologisch. Seit zwei Jahren gibt es auch eigene Bienenvölker auf der Fläche.