Demonstrationsfläche im Gemüseanbaugebiet Knoblauchsland
Gründüngungen auf sandigen Böden

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürth organisierte im Dezember 2017 eine Feldbegehung zum Erfahrungsaustausch zwischen Gemüseanbauern, Wasser- und Pflanzenschutzberatern sowie den Studierenden der Meisterschule für Gemüsebau Fürth.
Im Rahmen des Wasserpakts Bayern informierte der Demonstrationsbetrieb Jochen Haubner über Gründüngungen zum Gewässer- und Bodenschutz in der gemüsebaulichen Praxis. Der Versuch mit Gründüngungsarten erfolgt in Zusammenarbeit mit dem AELF Fürth sowie mit dem über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung geförderten Modell- und Demonstrationsvorhaben "Optimierung der N-Düngung im Freilandgemüsebau".
Richtige Pflanzenmischung entscheidend
Die vielfältigen Vorteile von Gründüngungen bzw. Zwischenfrüchten sind bekannt (z. B. Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, Erosionsschutz, Auflockerung enger Fruchtfolgen). Dabei ist die Wahl der richtigen Pflanzenart bzw. Pflanzenmischung entscheidend und hängt, insbesondere im Gemüsebau, von vielen Faktoren ab. Im Knoblauchsland sind die sandigen und wasserdurchlässigen Böden, die relativ geringen Niederschläge und die i. d. R. späten Aussaattermine besonders zu berücksichtigen. Denn für eine wirkungsvolle Konservierung von überschüssigem Nitrat-Stickstoff über den Winter und für eine Humusanreicherung zur Erhöhung der Wasserspeicherkapazität und somit verringerter Nitratauswaschung mit dem Sickerwasser ist ein schnelles Anfangswachstum gefordert.
Erstes Fazit
Bei der Feldbegehung konnte hinsichtlich dieser Fragen ein erstes Zwischenfazit gezogen werden. Von den Mitte September ausgesäten Gründüngungen zeigte Phacelia und Winterroggen, mit Abstrichen auch Welsches Weidelgras, das beste Wachstum. Für andere beigemischte Arten (verschiedene Kleearten, Ramtillkraut, Kresse, Zottel- und Saatwicke) war aufgrund des späten Aussaattermins das Pflanzenwachstum unbefriedigend. Dies spiegelte sich auch im Stickstoffgehalt der Oberböden wider, mit geringeren Gehalten bei Phacelia, Winterroggen und Weidelgras durch die Pflanzenaufnahme. Ein Teil des Ackers ohne Gründüngung dient hierbei als Referenzfläche.
Unterschiede zwischen den Flächen
Da der Gehalt an mineralischem Stickstoff (Ammonium, Nitrat) vor Aussaat der Gründüngungen im Oberboden sehr gering war, erfolgte auf der Hälfte aller Gründüngungsflächen eine Stickstoffdüngung mit 60 kg N/ha (Kalkammonsalpeter). Nur die gedüngten Flächen zeigten oben beschriebene Wachstumsunterschiede, während ohne Düngung alle Pflanzenarten nur geringen und unbefriedigenden Aufwuchs zeigten. Die Frage, ob eine Gründüngung zum Anschub des Wachstums mit einer geringen Menge an Stickstoff gedüngt werden soll bzw. kann, sorgte für reichlich Diskussionsstoff bei den Teilnehmern. Nach der Düngeverordnung können Zwischenfrüchte bzw. Gründüngungen bis zum 1. Oktober mit maximal 60 kg N/ha gedüngt werden, wenn die Aussaat bis zum 15. September erfolgt ist.
Erneute Entnahme von Bodenproben
Im Frühjahr 2018 und nach Freisetzung von Stickstoff aus den in den Boden eingearbeiteten Gründüngungspflanzen werden wieder Bodenproben auf allen Teilflächen entnommen, um den Stickstoffgehalt der Böden festzustellen. Nach dem Anbau von Radieschen, Kohlrabi und Salaten wird wieder eine Feldbegehung stattfinden, um das Wachstum des Gemüses bei den unterschiedlichen Bedingungen im Boden zu begutachten und zu diskutieren.