Informationen und Checkliste
Ventilatoreneinsatz im Unterglasbau

Umluftventilator

Physikalisch bedingt steigt die warme Luft in den Dachbereich des Gewächshauses. Der Temperaturfühler misst die Umgebungstemperatur im Pflanzenbestand. Falls die für die Pflanzen nötige Temperatur sinkt, wird nachgeheizt.

Mit Hilfe der Ventilatoren werden die Luftmassen im Gewächshaus bewegt und vermischt. Die warme Luft aus dem Dachraum wird zurück an die Pflanzen geführt. Die Heiznachfrage wird somit verzögert und der Brennstoffverbrauch sinkt. Dies ist am effektivsten, wenn die Außentemperaturen sehr niedrig sind, zum Beispiel nachts oder im kalten Frühjahr und Herbst.
Die optimale Drehzahl und eine gute Position des Ventilators haben einen großen Einfluss auf die Effizienz. Mit Hilfe eines Luftballon-Anemometers und der Erstellung eines Temperaturprofils kann die Wirkung des Ventilators nachvollzogen werden:
  • Temperaturunterschiede von unten nach oben deuten darauf hin, dass der Luftstrom nicht ausreicht, um die Luftmassen zu vermischen. Ursachen, wie das Eindringen kalter Außenluft, ungenügende Kälteabschirmungen oder Fehlfunktionen in der Klimasteuerung können aufgedeckt werden.
  • Mit dem Luftballon-Anemometer, eine Entwicklung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, wird geprüft ob die Windgeschwindigkeit für eine Luftdurchmischung genügt. Der Ausschlag der „Luftballon-Pendel“ ist ein Gradmesser für die Windgeschwindigkeit.

Checkliste

Die Checkliste dient zur Kontrolle von häufigen und leicht behebbaren Schwachstellen bei dem Einsatz von Umluftventilatoren im Gewächshaus. Die Nachteile einer fehlerhaften Montage können mit den Maßnahmen reduziert beziehungsweise aufgehoben werden.

Checkliste zur Anwendungskontrolle für Umluftventilatoren im Unterglasanbau pdf 38 KB

Wirkweise verschiedener Ventilatortypen

Für den Unterglasanbau gibt es horizontal und vertikal wirkende Umluftventilatoren. Die Unterschiede bestehen in der Wurfrichtung und zum Teil in der Erzeugung des Luftstroms. Bei den meisten Ventilatortypen wird die Luft in Wurfrichtung stets ausgeworfen und auf der anderen Seite angesogen. Andere Ventilatorentypen saugen die Luft aus der Wurfrichtung an und geben den Luftstrom über eine Umkehrvorrichtung wieder in Wurfrichtung ab. Unabhängig von der Wirkweise ist zu beachten, dass die Windgeschwindigkeit des Luftstroms mit zunehmender Entfernung vom Ventilator abnimmt. Wichtige Eigenschaften eines Ventilators sind neben der Luftleistung und des Energieverbrauchs, die Wurfweite und der Flügeldurchmesser.

Anwendungskontrolle mit dem Luftballon-Anemometer

Die Wirkweise der Ventilatoren in Ihrem Gewächshaus kann mit dem Luftballon-Anemometer geprüft werden.
Dies können Sie selbstständig durchführen oder informieren Sie sich bei einem Berater von LandSchafftEnergie oder der Gartenbauzentren.

LandSchaffEnergie Gartenbau (Kitzingen)
Tel.: 09321 3009-0

Gartenbauzentrum Bayern Mitte (Fürth)
Tel.: 0911 99715-0

Literatur

  • FISCHER-KLÜVER, G. (2015): Leicht die Leistung prüfen, DEGA Gartenbau, 69., 3, 51
  • DOMKE, O. (2014): Ventilatoren nicht blind einsetzen, Taspo Magazin, 148., 44, 20
  • DOMKE, O. (2013): Nicht nur heiße Luft, Taspo Magazin, 147., 20, 14
  • KIRCHNER, S. (2014): mündliche Mitteilung